Archiv des Autors: Robert Hickmann

ADAPTlate – Studie

ADAPT late – Studie

PERSONALISIERTE THERAPIESTUDIE BEI PATIENTINNEN MIT HORMONREZEPTOR-POSITIVEM, HER2-REZEPTOR NEGATIVEM BRUSTKREBS IM FRÜHSTADIUM, DIE EIN KLINISCH ODER GENOMISCH HOHES RISIKO FÜR EIN SPÄTREZIDIV HABEN

Die ADAPTlate ist eine randomisierte, kontrollierte, offene, an dynamische Tumormarker angepasste, personalisierte Phase-3 Therapiestudie, welche sich an prä- und postmenopausale Frauen mit HR-positivem und HER2-negativem Brustkrebs im Frühstadium richtet, welche ein klinisch oder genomisch hohes Risiko für ein Spätrezidiv (spätes Wiederauftreten der Erkrankung) aufweisen. Verglichen wird hierbei die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit Abemaciclib plus endokriner Standardtherapie gegenüber alleiniger endokriner Standardtherapie nach der OP.

Patientinnen mit mittlerem klinischem Risiko und unbekanntem genomischen Risiko können ebenfalls eingeschlossen werden und erhalten innerhalb der Studie eine genomische Testung. Zudem können Patientinnen mit isoliertem lokoregionärem Rezidiv (erneutes Auftreten des Tumors in derselben Brust oder deren Umfeld) mit Hoch -Risiko-Profil an ADAPTlate teilnehmen.

Was wird in dieser Studie untersucht?

Patientinnen mit einem hohen Rezidiv-Risiko werden derzeit standardmäßig mit einer Chemotherapie plus endokriner Therapie (ET) behandelt. Diese Patientengruppe kann jedoch nicht immer optimal von der Standard-endokrinen-Therapie profitieren. Zudem entwickelt der Tumor zum Zeitpunkt des Rezidivs häufig eine Resistenz gegen die ET. Mit der ADAPTlate soll untersucht werden, ob die Patientinnen einen zusätzlichen Nutzen aus der Behandlung mit Abemaciclib in Kombination mit ET im Vergleich zur ET allein haben.

Abemaciclib gehört zu den sogenannten Cyclin-abhängigen Kinase-Inhibitoren oder auch CDK 4/6-Hemmer. Cyclin-abhängige Kinasen sind Proteine, welche maßgeblich an der Kontrolle des Zellzyklus beteiligt und oft in Tumorzellen überaktiv sind. Die Hemmung dieser Proteine kann zu einem Rückgang des Tumorwachstums führen. Abemaciclib ist als Arzneimittel bereits seit September 2018 zugelassen für Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs, der Metastasen gebildet hat oder lokal fortgeschritten ist. 2022 erfolgte die Zulassung der Kombinationstherapie aus Abemaciclib und ET für Frauen mit HR-positivem, HER2-negativem, nodal-positivem Brustkrebs im frühen Stadium mit hohem Rezidiv-Risiko.

Was ist das Ziel der Studie?

Das übergeordnete Ziel der Studie ist es die Entscheidungsfindung für individualisierte, Tumor-spezifische Behandlung von frühen Mammakarzinomen zu verbessern. Im Speziellen schaut sich die Studie dafür das invasive-krankheitsfreie Überleben der Patientinnen an, die mit Abemaciclib + ET behandelt werden, im Vergleich zur Kontrollgruppe, die mit einer Standard-ET therapiert wird. Außerdem untersucht die Studie auch die Lebensqualität der Patientinnen in beiden Therapiearmen.

Wie ist der Ablauf der Studie?

Die Studie umfasst zwei Phasen:

Phase 1:
2-jährige Behandlungsphase in einem der zwei Therapiearme

– Abemaciclib + endokrine Therapie
– Standardisierte endokrine Therapie entsprechend den klinischen Leitlinien

Phase 2:
Follow-up-Phase von mindestens 1 Jahr mit Standard-ET für bis zu maximal 5,5 Jahre

Gibt es Risiken?

Über mögliche Risiken bzw. Nebenwirkungen, die mit der Teilnahme verbunden sind, werden Sie im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs informiert.

Teilnahmevoraussetzungen

An dieser Studie können Frauen ab einem Alter von 18 Jahre teilnehmen, mit:

  • Primärem Brustkrebs im Frühstadium (ohne Fernmetastasen) oder
  • lokoregionärem Rezidiv (erneutes Auftreten des Tumors in derselben Brust) mit hoch-Risiko-Profil
  • Mittlerem bis hohem klinischen oder hohem genomischen Risiko des Wiederauftreten des Brustkrebses
  • (Post)menopausalem oder prämenopausalem Status
  • Östrogen und/ oder Progesteron Hormonrezeptor positiv
  • HER2 Rezeptor negativ
  • Erstdiagnose vor maximal 6 Jahen

Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Kriterien, die für eine Teilnahme an der Studie erfüllt sein müssen. Interessierte Patientinnen sollten mit den Prüfärzt:innen an einem Studienzentrum sprechen, welche prüfen können, ob diese Studie für sie in Frage kommt.

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